| Shorin
Ryu ist neben dem Shorei Ryu eine der zwei großen
Karate-Stilrichtungsfamilien aus Okinawa und ist nicht als harter oder
weicher Stil einzuordnen. Es entstand mit groáer
Wahrscheinlichkeit
im Laufe des 19. Jahrhunderts auf Okinawa. Es läßt
sich
bis dato nicht genau zurückverfolgen wann genau dieser Stil
begründet wurde. Die Begründung wird Matsumura Sokon
(~1792
- 1887) zugeschrieben. Sokon Matsumura war ein Student von Kanga
Sakugawa. Meister Matsumura nannte seine Kunst\Stil Shuri-Te (Hand
aus Shuri). Andere Quellen sehen in Matsumuras Lehrer Tode Sakugawa
bereits den Wegbereiter dieser Stilrichtung. Sicher ist, dass beide
maágeblich an der Weiterentwicklung des
Okinawa-Te hin zum Shorin Ryu
mitgewirkt haben, indem sie Elemente des in China erlernten Quanfa in
das
Okinawa-Te integriert haben. Sokon Matsumura hatte eine Reihe
bedeutender
Schüler, wie zum Beispiel Anko
Itosu (1830- 1915), der die Entwicklung von Shorin Ryu stark
beeinflusst hat.
Karate wurde auf Okinawa, der
größten Insel der Ryukyu Inselgruppe
entwickelt und es ist ein Produkt der alten Okinawanischen Kultur. Der
Begriff Karate wie wir ihn heute benutzten wurde in der Form noch
nicht genutzt. Er stand und steht für eine Synthese, die Ihren
Platz seit mehreren Jahrhunderten einnimmt. Das Leere Hand System der
Selbstverteidigung welches wir heute als Shorin Ryu kennen, ist eines
der ätesten und Traditionsreichesten Formen des Karate, dass
uns bis
heute erhalten geblieben ist. Die Schönheit des Shorin Ryu
liegt in
seinen Kata und dessen Bunkai, mit deren Blöcken,
Schliägen, Tritten
sowie dem Grappling, das als Tuite bekannt ist und dem Kyusho Jutsu das
die Verwendung von Druckpunkten betrifft.
Shorin Ryu ist durch relativ hohe Stände,
einer natärlichen
Atmung und geradlinigen, aber geschmeidigen Bewegungen (im Gegensatz zu
kreisfiörmigen in anderen Stilen) gekennzeichnet. Es ist aber
auch
ein sehr explosiver Stil. Ruhige Techniken wechseln sich mit schnellen,
äußerst dynamischen Techniken ab. Neben den
äußeren,
gut sichtbaren Bewegungen, liegt die Kunst des Shorin Ryu in inneren,
optisch kaum wahrnehmbaren Bewegungen des Körpers. Einige der
Shorin Ryu Stile sind durch sehr subtile Bewegungen der Hüfte
(Koshi) gekennzeichnet. Heute beinhaltet die Shorin Ryu Familie viele
Stile. Auch das in Japan in den 20er und 30er Jahren des 20.
Jahrhunderts
entstandene und weltweit sehr verbreitete Shotokan-Karate geht auf
Shorin Ryu zurück, obwohl sich Shotokan in eine andere
Richtung
entwickelt hat. Viele der "geheimen" Techniken aus Okinawa wurden nicht
mit ins Shotokan übernommen, um es wettkampffähig und
für
den Breitensport zugänglich zu machen. Heute beinhaltet die
Shorin
Ryu Familie viele Stile, unter anderem das Kobayashi-Ryu Chibana
(Choshin
(1885-1969) dort untergeordnet sind die Schulen: Shorinkan, Shidokan
und
Kyudokan), Matsubayashi-Ryu, Matsumura Orthodox Shorin-Ryu (Matsumura
Seito), Shobayashi sowie Sukunaihayashi Ryu (Chotoku Kyan).
Dieser Stil wird heute in weiteren Splittergruppen
trainiert, wie der
heutige Shorin Ryu Shima Ha Stil begründet durch Shihan
Toshihro Oshiro.
Besonders das Karate ist nicht nur historisch mit
dem Kobudo
verbunden. Man könnte es sogar als eine untrennbare Einheit
bezeichnen. So sollte jeder Karateka ein Minimumwissen an Kobudo
besitzen,
um so das Wesen des Karate besser verstehen zu können. Jeder
große
Meister im Karate war auch Meister im Kobudo! Eine untrennbare Einheit.
In
der Vergangenheit genauso wie in der Gegenwart. Gerade diese Einheit
wird heute noch auf Okinawa praktiziert.
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| Ryukyu
Bujutsu Kenkyu Doyukai (RBKD) wurde 1985 von Meister Chogi Kishaba
in Okinawa und Sensei Toshihiro Oshiro in den USA gegründet.
Das Ziel
dieser Vereinigung ist die Forschung und Entwicklung des Okinawa-Karate
und der Kobujutsu-Techniken. Die RBKD ist offen für alle
Karatekas
aller traditionellen Stile, die ein echtes Interesse an traditionellen
Kampfkünsten Okinawas haben.
Die RBKD-Vereinigung wird von Meister Kishaba
geleitet und in den USA von
drei Direktoren verwaltet - Sensei Oshiro (Direktor für die
Westküste),
Sensei Kuyoshi Nishime (Direktor für den mittleren Westen) und
Sensei
Toyotaro Miyazaki (Direktor für die Ostküste). Diese
vier Cheftrainer
sind autorisiert, neue Dojos in die Organisation aufzunehmen und
RBKD-Aufnahmezertifikate zuzubilligen. Das RBKD-Lehrprogramm
konzentriert
sich auf die Waffen Okinawas mit dem Schwerpunkt Bo. Es umfasst auch
das
Üben und Erforschen mit den anderen "traditionellen" Waffen
Okinawas, wie
Sai, Tonfa, Kama und Nunchaku. Der zugrunde liegende Stil für
den RBKD
ist Yamanni-Chinen Ryu Bojutsu. Die Hoffnung und Absicht des RBKD ist,
dass die Übung und die Konzentration auf die einzigartige
Beinarbeit
und Körperdynamik des Yamanni-Ryu es jedem Mitglied
möglich macht,
die okinawanischen Kampfkünste zu verstehen und in
stärkere Bewegungen
und Techniken umzusetzen.
Beim Yamanni Ryu handelt es sich um einen
traditionellen Bo Stil aus
Okinawa. Die primär verwendete Waffe ist der Bo, es gibt aber
auch die
Verwendung des Sai und weiterer Waffen des Ryukyu Archipels.
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